Geburt
Allgemeine Entwicklung:
In Europa hat sich seit 2008 die Anzahl Kinder je Frau von durchschnittlich 1,45 auf 1,6 erhöht; ein weiterer Anstieg auf 1,7 wird erwartet. Allerdings wäre ein Wert von 2,1 zur Bestandserhaltung erforderlich. Die Zahl der Geburten in Deutschland lag 2010 bei 1,39 Kindern pro Frau (1990: 1,45).
Da dieser Zustand der quantitativ-demographischen Schrumpfung nicht umkehrbar ist – zumindest nicht kurzfristig -, müssen wir mit tiefgreifenden Veränderungen in Gesellschaft, Staat und Wirtschaft rechnen.
Die Zahl der Geburten hat sich bei uns in den letzten Jahren verringert: Während 1964 1.357.304 Lebendgeborene gezählt worden sind, lag sie im Jahr 2009 mit 665.000 so niedrig wie nie. Der Zahl der Sterbefälle betrug 855.00. Im Jahr 2010 zeigt sich eine leicht steigende Tendenz: Es gab 678.000 Geburten und 859.000 Sterbefälle.
Die Zahl der gebärfähigen Frauen (Obergrenze 49 Jahre) sinkt weiter von 18,7 auf jetzt 18,4 Millionen.
Zum Ausgleich des Defizits zwischen Geburten und Sterbefällen auf Zuwanderung zu setzen, könnte zu einem „demographischen Kolonialismus” (Prof. Herwig Birg) führen. Zu den größeren gesellschaftlichen Zusammenhängen vergl. aber Karl Otto Hondrich: „Weniger sind mehr. Warum der Geburtenrückgang ein Glücksfall für unsere Gesellschaft ist” (2007).
„UNTERJÜNGUNG”
Dieser von Ursula Lehr geprägte Begriff soll aussagen, daß die massive Überalterung unserer Gesellschaft nicht allein auf die erfreuliche Erhöhung des Lebensalters zurückzuführen ist, sondern auch auf die zu niedrigen Geburtenraten. Eine Folge könnte ein „Kampf” zwischen Kinderlosen und Kinderhabenden sein – z.B. im Renten- und im Steuerrecht.
„ENTMISCHUNGSPROZESS”
So nennt das Bundesbauministerium das Phänomen der zunehmenden Nachbarschafts-Monokultur, d.h. mangels Kindern entstehen Quartiere mit fast ausschließlich älterer Bevölkerung.
Uneheliche Kinder:
Im Jahr 2008 sind in Deutschland 218.887 Kinder außerhalb einer Ehe geboren worden; der Anteil unehelicher Kinder lag damit bei 32% (2009: 32,7%). Allerdings stammt die Hälfte dieser Kinder aus “eheähnlichen Verhältnissen”. Die Zahl der “kindorientierten Ehegründungen” ist zwar zurückgegangen, die Möglichkeit einer späteren Eheschließung wird aber von einem hohen Prozentsatz dieser Paare nicht ausgeschlossen.
Das BVerfG hat heimlich vorgenommene Gentests von Vätern für verfassungswidrig erklärt (s.u.).
In der EU steigt die Zahl der außerhalb einer Ehe geborenen Kinder weiter an: Während sie im Jahr 1990 bei 17,4% lag, verdoppelte sie sich in 2009 auf 37,4%.
Dezember 2011

