Während die Zahl der (Inlands-)Adoptionen in Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen hatte – im Jahr 2009 waren es nur 3.888 verglichen mit etwa 9.000 in 1993 -, konnte in 2010 ein Anstieg auf 4.021 verzeichnet werden. Im Jahr 2011 hat sich die leicht ansteigende Tendenz fortgesetzt. – Der Anteil der Fremdadoptionen (d.h. ohne Stiefeltern) betrug unter 50%.
Allerdings liegt die Zahl der Adoptionswilligen nach wie vor erheblich höher als die der zur Adoption vorgemerkten Minderjährigen (etwa 7:1).
Erschreckend ist, daß der hess. Landesverband der Pflege- und Adoptivfamilien den Rückgang der Adoptionen begrüßt – und dabei ausdrücklich auf die Möglichkeit der Abtreibung hinweist.
Ältere Schätzungen gehen davon aus, daß pro Jahr bei uns etwa 35.000 Kinder, hauptsächlich aus (den Waisenhäusern) in Asien bzw. Mittel/Osteuropa, in Nordamerika und Westeuropa ein neues Zuhause gefunden haben. Die Risiken durch den „Kinderhandel” sind groß, insbesondere durch die Einschaltung dubioser Vermittlungsagenturen.
Da die „Nichtkenntnis der genetischen Abstammung” bei heranwachsenden Adoptierten nicht selten zu schweren psychologischen Störungen führt, soll die „vertrauliche Geburt” Abhilfe schaffen (vergl. Schwerpunktthema).
Juli 2012
