Strategie
„Ein Feld des dringend notwendigen LAIENAPOSTOLATS ist das gesellschaftliche Engagement für einen UMFASSENDEN SCHUTZ DES MENSCHLICHEN LEBENS“ (Benedikt XVI. zu deutschen Bischöfen in Rom am 18. November 2006)
A. Warum ist der „Hilfe für Mutter und Kind e.V.“ (HMK) gegründet worden?
Das menschliche Leben ist umfassend bedroht – zu Beginn und zunehmend am Ende. Eine der Legitimitätsbedingungen des demokratischen Rechtsstaates wird damit in Frage gestellt; das Töten wird gesellschaftsfähig. Die seit 1995 geltende Abtreibungsregelung (man zögert bei dem Wort Abtreibungsrecht) beinhaltet den möglicherweise entscheidenden, den grundlegenden Tabubruch; sie hat das wachsende menschliche Leben in den ersten drei Monaten weitgehend schutzlos gestellt. Logisch nur schwer angreifbar folgt der straffreien (und zudem großzügig staatlich finanzierten) Tötung zu Beginn am Lebensende die Forderung nach der Legalisierung der “aktiven Sterbehilfe” bzw. des “assistierten Suizids”. Diese „Kultur des Todes“ hat leider erfolgreich zu dem deutlich abnehmenden Unrechtsbewußtsein bei der Tötung menschlichen Lebens geführt.
Um diesen destruktiven Trend zu stoppen bzw. sogar umzukehren, bedarf es eines kohärenten, in sich schlüssigen Schutzkonzepts des Lebens in all seinen Phasen. Grundlegend ist das Bewußtsein seiner grundsätzlichen Unverfügbarkeit. Notwendig ist die Veränderung hin zu einer „Kultur des Lebens“. Nach Benedikt XVI. ist der umfassende Schutz des Lebens als Menschenrecht eine zentrale Aufgabe der Sozialethik.
Die angestrebte Veränderung der Gesellschaft kann nur in einem dynamischen und grundsätzlich offenen Meinungsbildungsprozeß erreicht werden. Daran wollen wir uns beteiligen. Eine gemeinsame Linie aller Christen in den ethischen Fragen – insbesondere im Bereich Lebensschutz – würde die Glaubwürdigkeit erhöhen. Gefordert ist die Vermittlung unseres Verständnisses der Grund-Werte (als Fundamente) über den christlichen Rahmen hinaus. Auch wir Laien müssen uns einbringen, selbstbewußt und unter kluger Nutzung möglicher Anknüpfungspunkte in den realen Lebensbedingungen und der säkularen Vernunft.
Um aktive Beiträge zum Lebensschutz zu erbringen, ist im Februar 2000 der
„Hilfe für Mutter und Kind e.V.“
gegründet worden.
B. Wie sehen die HMK-Aktivitäten beim Lebensschutz konkret aus?
In Ergänzung und zur Unterstützung vorhandener Beratungs- und Hilfsangebote und angesichts der knappen menschlichen und finanziellen Ressourcen verfolgt der HMK eine Doppelstrategie durch:
1. Finanzielle Unterstützungen einzelner konkreter Hilfsmaßnahmen
Folgende Aktivitäten wurden/werden unterstützt:
(a) schwerpunktmäßig seit vielen Jahren die “Aktion Moses“ der SkFs im Raum Frankfurt. Das Ziel dieser niedrigschwelligen, pränatalen und gezielt persönlichen Beratung der Schwangeren ist der Lebensschutz des Kindes UND die bestmögliche Hilfe der Mutter (vor, während und nach der Geburt).
Wenn die Mutter nach der (anonymen) Beratung keine Chance für ein gemeinsames Leben mit dem Kind sieht, wird die „vertrauliche Geburt“ angestrebt. Um dem Kind das Schicksal der „Abstammungslosigkeit“ zu ersparen, hinterlegt die Mutter dem Kind später zugängliche Informationen.
Auf der Suche nach Hilfe in ihrer Notlage nutzen die Schwangeren zunehmend das Internet (auch wegen der länger möglichen Anonymität). Der HMK hat zu diesem Zweck eine visuelle Internetkampagne initiiert, um die Seiten der SkFs – mit den kostenlosen Notrufnummern – leichter zu finden.
(b) die Schwangerenberatung in Ostsibirien (RENOVABIS-Projekt)
(c) die ambulante Pränatalberatung der Katharina-Kasper-Stiftung
(d) die Installation zum Thema „Vernachlässigte Kinder“
(e) die Kinder-Hungerhilfe der „Ärzte für die Dritte Welt“, aber auch
(f) die Hospize Sankt Katharina (Frankfurt) und Luise (Hannover).
2. Umfassende Öffentlichkeitsarbeit
Das Ziel ist die Weckung bzw. Stärkung der religiösen Kräfte in der Gesellschaft. Unsere Werte- und Verfassungsordnung ist offen für unterschiedliche Begründungen. Mit der aktiven Teilnahme an der geistigen Auseinandersetzung wird versucht, die Deutungshoheit über wichtige Schlüsselbegriffe wie Menschenwürde für die Christen (zurück) zu gewinnen.
(a) Ein Aspekt ist die Planung und Veranstaltung – mit verschiedenen Partnern – öffentlicher Vortragsreihen, unter der Schirmherrschaft eines katholischen Bischofs:
- 2003/04: „Wie hältst Du`s mit dem Leben?“ Dr. Franz Kamphaus
- 2005: „Kinder – die Brücken in die Zukunft“ Dr. Reinhard Marx
- 2007: „LEBENszeichen – LEBENsentscheidung“ Dr. Gebhard Fürst
(b) Wegen der zunehmenden Bedeutung des Internets und um die ganze Bandbreite des Lebensschutzes abdecken zu können wurden – zur Unterstützung und Ausweitung der Aktivitäten – zwei Internetseiten unter www.hmk-leben.de und www.lebenalsgeschenk.de eingerichtet, mit:
- der Dokumentation der Vortragsreihen (incl. der Videokurzinterviews)
- dem “Glossarium” zur Erläuterung bestimmter Begriffe
- der umfangreichen Stichwortsammlung zum Thema Lebensschutz
- der ausführlicheren Darstellung von Schwerpunktthemen: PID/PND, Abtreibung, Beratungskonzept, „vertrauliche Geburt“, Patientenverfügung, aktive/passive Sterbehilfe etc.
- persönlichen Deutungsversuchen unter ZEICHEN DER ZEIT
(c) auf der Internetstartseite wurde ein Blog eingefügt:
(d) Videointerviewreihen:
Die ab 2007 gemachten Videokurzinterviews mit Referenten der Vortragsreihe haben eine gute Resonanz gefunden. Um weitere Themenbereiche umfassend und nachhaltig bearbeiten zu können, wurde im gleichen Jahr mit eigenen Interviewreihen begonnen; über 106.000 klicks zeugen von einem andauernden Interesse (vergl. auch bei YouTube unter JWBHMK).
- Aufgrund des steigenden Interesses am „Leben vor dem Lebensende“ ist in den Jahren 2007/09 die erste Videointerviewreihe „Ars Moriendi“ durchgeführt worden. Dazu wurde mit Sterbenden, Betroffenen und Fachleuten für Hospiz und Palliativmedizin gesprochen, auch mit Vertretern der sich schnell wandelnden Begräbniskultur.
Die Reihe ist auf DVD erhältlich; sie wird bereits in der Ausbildung eingesetzt.
- Im September 2009 begann die zweite Reihe zum Thema „Leben mit Behinderungen“; sie fand im Juni 2011 mit einer Tagung über die Vernachlässigung bei der häuslichen Pflege durch Angehörige ihr (vorläufiges) Ende.
- Im September 2011 wurde mit “Deutschland – kinderunfreundlich?” (Arbeitstitel) eine neue Videointerviewreihe begonnen.
Ergänzende Maßnahmen/Kooperationen:
- Ein Kuratorium berät den Vorstand:
P. Prof. Dr. Medard Kehl SJ, Frankfurt
Frau Dr. med. Angelika Berg, Frankfurt
Prof. Dr. med. Richard Berger, Neuwied
Michaela Freifrau Heereman, Meerbusch
Prof. Dr. jur. Christian Hillgruber, Bonn.
- Der HMK ist Mitglied im Bundesverband Lebensrecht (BVL).
- Mit der Juristen-Vereinigung-Lebensrecht (JVL/ZfL) gibt es eine punktuelle Zusammenarbeit.
Steuerliche Situation
Wegen der Förderung mildtätiger Zwecke ist der HMK gem. Bescheid des FA Lörrach – bestätigt am 05. Januar 2012 – von der Körperschafts- und der Gewerbesteuer befreit.
Januar 2012

