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Cognitive Enhancement („Hirn Doping“*)

Kann die Denkfähigkeit künstlich gesteigert werden?

Eine Entwarnung!

Kann man die kognitiven Fähigkeiten künstlich steigern? Wenn ja, dürfte man es? Wer entscheidet? Zeichnet sich ein neues bio-ethisches Problemfeld ab?

Nach Aussagen besorgter Lehrer werden unaufmerksame und unkonzentrierte (und damit störende) Schüler häufig mit Hilfe von Psychopharmaka behandelt. Neurokognitive Aufrüstung nennt man das beschönigend. Schaffen wir so pharmainduzierte geistige Überflieger – statt gesunder, leistungsorientierter und dann auch mit sich selbst zufriedener Schüler?

Warum gelingt es in unserer zunehmend wettbewerbsorientierten Gesellschaft (auch den Schulen) immer weniger, Grenzen als natürliche „Begegnungsräume“ mit der entsprechenden Notwendigkeit der Konfliktbewältigung  zu sehen – und zu nutzen?

Zwar kann z.B. mangelnde Konzentrationsfähigkeit mit bekannten Substanzen  kurzfristig verbessert werden, nicht aber die intellektuelle Denkfähigkeit. Cognitive Enhancers in dem befürchteten bio-ethischen Sinn gibt es nicht*.

Wissenschaftliche Studien haben zudem bewiesen: Die Folgen fehlender menschlicher Wärme und Nähe bei Kleinkindern lassen sich später mit Hilfe von Psychopharmaka nicht adäquat kompensieren.

(*vergl. Nicolas Langlitz, FAS 03/01/2010; und: “Technisierung des Menschlichen”, H.-D. Mutschler, HK 02/2010, S. 103 ff.)

Februar 2010